Schlagwort: Klimaschutz

  • Wasserstoff ist eh nett – der Unterschied zwischen Energieträger und Energiequelle

    Mir wurde heute ein Zeitungsartikel [1] geschickt mit der frohen Kunde, dass die ÖBB endlich einen mit Wasserstoff betriebenen Regionalzug hat. Das ist doch ausgezeichnet! Noch besser: der ORF berichtet, dass das Grazer Unternehmen AVL Treibstoff aus Strom produzieren kann [2]. Echter Treibstoff, den kann man sogar in Autos und Flugzeuge füllen! Nächstes Jahr geht eine Anlage in Betrieb die 500.000l p.A. produzieren soll. Die Energiewende ist in Österreich also eigentlich eh praktisch schon geschafft, oder?

    Leider nicht. In den beiden Artikeln wurde nicht davon gesprochen wo die Energie herkommen soll. Wasserstoff wird aktuell zu 90% aus fossilen Energieträgern gewonnen [3]. Man könnte ihn ja auch mit Strom erzeugen aber wo kommt der her? In den letzten Jahren hat Österreich 5-10% des Stroms Importiert [4] und das obwohl Photovoltaik und Windkraft kontinuierlich ausgebaut wurden. Den grünen Strom den wir für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe brauchen, haben wir schlicht und einfach nicht. Energie verbrauchen ist leicht. Aber bei der Erzeugung liegt der Hund begraben. Nur das ist die relevante Frage, alles andere ist Greenwashing [5] sonst nichts.

    [1] https://www.nachrichten.at/wirtschaft/oebb-testeten-erfolgreich-einen-wasserstoffzug;art15,3327979
    [2] https://steiermark.orf.at/stories/3078521/
    [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffherstellung
    [4] https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:f0bdbaa4-59f2-4bde-9af9-e139f9568769/Energie_in_OE_2020_ua.pdf
    [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Greenwashing

  • Gedanken zum besteuern von Kerosin

    Es ist ja irgendwie frech, dass Kerosin einen Preis von etwa 0.40€ hat [1]. Zur Zeit wohl noch weniger. Diese Mineralölsteuerbefreiung für den Flugverkehr zu beenden sehe ich jetzt mal unter den Klimaschutzmenschen als Konsens an. Aber da gibts ein Problem. Flugzeuge speziell im IntRAkontinetalverkehr können Problemlos Treibstoff für Hin- und Rückflug mitführen. Das würde Tanktourismus bedeuten. Passiert manchmal auch jetzt schon. 

    Der spezifische Verbrauch von Flugzeugen ist sehr genau bekannt. Das ist schließlich die wichtigste Metrik im ganzen Geschäft. Anstatt den Kerosinverkauf zu besteuern, könnte man alle startenden Flugzeuge besteuern. Also Steuersatz*spezifischer Verbrauch*PAX*km. Ja, nur die Startenden. Der Effekt wäre praktisch derselbe. Jedem anderen Land steht es dann frei nach österreichischen Vorbild (wie toll das klingt, wir machen was besser als die Anderen) nachzuziehen.

    Aber dann weichen die Leute auf den Flughafen Bratislava aus! – Für Ultrakurzstrecken nicht, dann wird auf einmal der Zug deutlich schneller. Auch sonst finde ich’s ok, dann wird fliegen zumindest umständlicher.

    Aber dann wird der Flughafen Wien drunter leiden! – Die Grünen wollen eh den Bau der 3. Piste verhindern. Das Problem hätte sich damit erledigt.

    Aber dann werden die Flugtickets teurer! – Sollen sie auch. 3 Städtetrips im Jahr sind ökologisch einfach nicht tragbar. Eigentlich nicht einmal Malle, wenn das 7.7 mrd Menschen machen würden. Aber Malle bleibt! Und Schnitzel [2]! (Vorerst zumindest.)

    [1] https://praxistipps.chip.de/kerosinpreis-ermitteln-was-kostet-fliegen-wirklich_101798
    [2] https://twitter.com/rendiwagner/status/1160137204645203969